Es ist zeit für gesang


Mantra (sanskrit, m., मन्त्र, mantra, wörtl.: „Instrument des Denkens, Rede“) bezeichnet eine meist kurze, formelhafte Wortfolge, die oft repetitiv rezitiert wird. Diese Wiederholungen des Mantras oder des Namens einer Gottheit werden manchmal auch Japa genannt. Mantras können entweder sprechend, flüsternd, singend oder in Gedanken rezitiert werden.

Mantras wurden zu jeder Zeit gesungen, in jeder Kultur und in jeder Religion. Das Singen ist dabei eine Form der Meditation. Seit alten Zeiten ist die Kraft des Gesangs bekannt, man wußte um die Wirkung der Mantras auf den menschlichen Geist wie auf die Seele. Mantras sind Werkzeuge. Sie sollen durch das wiederholte Singen alle Bereiche des Körpers und Geistes durchdringen. So finden wir zu mehr Lebensfreude. Wer mit ganzem Herzen zu singen vermag, der ist unwillkürlich mit der Liebe verbunden.

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Hinduistisch, Buddhistische Mantras

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"Mantras" in der Christlichen Tradition (Auswahl)

 

Gesänge aus Taizé
Mit Gesängen beten ist eine wesentliche Form der Suche nach Gott. Kurze, stets wiederholte Gesänge schaffen eine Atmosphäre, in der man gesammelt beten kann. Der oftmals wiederholte, aus wenigen Wörtern bestehende und schnell erfasste Grundgedanke prägt sich allmählich tief ein. Meditatives Singen ohne jede Ablenkung macht bereit, auf Gott zu hören. Alle können im gemeinsamen Gebet in solche Gesänge einstimmen und zusammen ohne engeren zeitlichen Rahmen der Erwartung Gottes Raum geben. Wo es Vertrauen auf Gott zu wecken gilt, sind Stimmen von Menschen, die sich im Gesang vereinen, unersetzlich. Die Gesänge sind auch eine Hilfe für das persönliche Gebet. Sie bewirken allmählich eine innere Einheit des Menschen in Gott. Während der Arbeit, bei Gesprächen und in der Freizeit können sie unterschwellig weiterklingen und so Gebet und Alltag verbinden. Sie setzen – und sei es im Unterbewusstsein – das Gebet in der Stille des Herzens fort.
>>> Beispiel: Nada de Turbe (aus der CD Laudate omnes gentes/ Taizè Gesänge) (mp3 3,26 MB)

>>> Taizé Podcasts

Leitformel-Gebet
Das Leitformel-Gebet stellt eine Methode der Mönchsväter dar, bei der die Aufmerksamkeit auf ein einziges Wort (Leitwort) oder einen einzigen kurzen Vers (Leitvers) gelenkt wird. Gebräuchliche Leitworte waren vor allem "Jesus Christus", "Herr Jesus" oder "Jesus Christus, Sohn Gottes". Als Leitvers diente häufig die Anrufung: "Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner". Das Leitformel-Gebet beruht - genau wie die Mantrapraxis des Ostens - auf dem Prinzip, die Leitformel ständig zu wiederholen (wiederzukäuen) und auf diese Weise Ablenkungen erst gar nicht aufkommen zu lassen. Zu diesen Ablenkungen gehören auch etwaige Gedankengänge zum Sinn der Leitformel.

Litanai
Es gibt sie in fast allen Religionen. Dabei handelt es sich um einen Wechselgesang, der zwischen Vorbeter/in und Gemeinde erfolgt. Die Litaneien sind keine klassischen Wiederholungen des immer selben Wortes. Vielmehr stellen Sie Anrufungen und zugleich Bekräftigungen dar. Unter dem Namen »Lauretanische Litanei« gibt es ein altes, traditionsreiches Gebet, das durchaus als Form eines christlichen Mantras gelten kann. Es beginnt mit den Worten:
Herr, erbarme dich unser / Christus, erbarme dich unser / Herr, erbarme dich unser, Christus höre uns Christus, erhöre uns / Gott Vater vom Himmel, erbarme dich unser/ Gott Sohn, Erlöser der Welt / Gott Heiliger Geist/ Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott/ Heilige Maria, bitte für uns...

Herzensgebet in der Ostkirche
In der Ostkirche sind Mantras bekannt, die sozusagen als ständige Hintergrundmusik des Bewusstseins buchstäblich jahrelang eingeübt werden. Die beiden wohl bedeutendsten sind: Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme Dich meiner! Herr, erbarme dich./ Kyrie eleison. Sie heißen Herzensgebet, weil man sie im Herzen bewegt und vom Herzen her spricht, singt oder lautlos gedanklich wiederholt.

 

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Copyright Martina Traxler / Kontakt: martina_traxler@yahoo.com / © 2010-2014 / last update: 27.10.20